Dienstag, 12. Mai 2015, 19:00 Uhr, Künstlerhaus am Lenbachplatz
Prof Dr. Wolf-Dieter Grimm, München
Der Golf von Neapel – „Hier will man nur leben; man vergisst sich und die Welt“ (Goethe 1787)

 

Das Tyrrhenische Meer, die Gebirgszüge des Apennins und der Vulkanismus Kampaniens haben zusammengewirkt zur Entstehung der „Divina Costiera“, der göttlichen Küste des Golfes von Neapel mit den Inseln Capri und Ischia. In den vergangenen 3000 Jahren wurde die Region unter dem Einfluss wechselnder politischer und geistiger Strömungen zu einer vielfältigen Kulturlandschaft überprägt. Seit dem 18. Jahrhundert haben zudem Ausbrüche des Vesuvs und die Wiederentdeckung antiker Städte die Besucher angelockt und den heutigen Massentourismus eingeleitet.

Der Reisebericht beginnt mit der Altstadt von Neapel, wo sich der Prunk früherer Jahrhunderte trotz Korruption und Armut erhalten hat. In den Vulkanlandschaften der Campi Flegrei, des Vesuvs und Ischias haben die vulkanischen Katastrophen nicht nur zu Zerstörungen, sondern auch zur Bewahrung griechischer und römischer Kulturen geführt. Auf der Halbinsel von Sorrent, in den sumpfigen Niederungen bei Paestum und auf Capri blieben großartige Zeugen antiker und mittelalterlicher Baukunst im modernen Umfeld erhalten.