Dienstag, 24. Mai 2016, 19:00 Uhr, Künstlerhaus am Lenbachplatz
Prof. Dr. Dr. Günther G. Bauer, Salzburg
"Die Familie Mozart in Triebenbach (1772)"

Schloß Triebenbach - flußabwärts von Salzburg und nur wenige Kilometer von Laufen und Obernberg - gehörte der Familie Schiedenhofen und spielte in der Lebensgeschichte der Familie Mozart eine interessante Rolle. Zur Zeit von Mozarts Geburt im Hagenauerhaus in der Getreidegasse 9 wohnte der Hofrat Joachim Ferdinand von Schiedenhofen mit seiner Mutter im Haus Nr. 1 und Mutter Mozart besuchte Frau Schiedenhofen oft zum gemeinsamen Kartenspiel. Während der italienischen Reise 1772 erkundigten sich Vater und Sohn Mozart aus Rom nach den Ausflügen von Mutter Mozart und Nannerl nach Schloß Triebenbach, wo man bereits öfter musiziert hatte. Leider hat Joachim Schiedenhofen 1778 aufgehört, Tagebuch zu führen. Wir haben ab da keine Dokumente mehr. Aber es ist denkbar, daß Mozart und Konstanze im August 1783 bei ihrem Salzburg-Besuch die alten Verbindungen mit Triebenbach wieder aufnahmen. In den Mozart-Briefen verlieren sich die Spuren in den 80ger Jahren. Mozart besuchte nach der C-Moll-Messe die Heimatstadt nie mehr wieder.
Triebenbach mußte im 19. Jahrhundert verkauft werden, die Mozart-Tradition wurde erst Ende des 20. Jhs. wiederbelebt. Zu Beginn unseres Jahrtausends und im MozartJahr 2006 wurde die Musikpflege vorbildlich weitergeführt.