Dienstag, 21. November 2017, 19:00 Uhr, Künstlerhaus am Lenbachplatz
Prof. Dr. Hermann Rumschöttel, München
"König Ludwig III. von Bayern (1845 - 1921): Abenddämmerung der Monarchie?"
Der im Jahre 1845 geborene Prinz Ludwig von Bayern, der Sohn des Prinzregenten Luitpold, wurde nach dem Tod seines Vaters 1912 Prinzregent und 1913 König. 
Mit der Novemberrevolution 1918 endeten nicht nur seine Herrschaft, sondern zugleich die monarchische Staatsform und die 738 Jahre währende Regentschaft der 
Wittelsbacher in Bayern. Dieser letzte bayerische König ist weithin in Vergessenheit geraten, seine Persönlichkeit und seine Politik werden allenfalls als Anhang der Prinz-
regentenzeit gesehen. Das hängt wohl vor allem mit seiner kurzen, sechsjährigen Regierungszeit zusammen, von der zudem mehr als vier Jahre vom Ersten Welkrieg 
(1914 - 1918) bestimmt wurden. Andererseits hat die bayerische Landesgeschichtsforschung in ihm einen "neuen Typ bayerischen Herrschertums" gesehen, einen Monarchen an der Spitze des Königreichs Bayern, der sich mit seinem großen Interesse für die Wirtschafts-, Sozial-, Verkehrs- und Energiepolitik sowie der Entwicklung
der modernen Technik deutlich von seinen Vorgängern absetzte.Ein ausgewogenes Urteil über seine Persönlichkeit und sein politisches Wirken muss jedenfalls mehr in den
Blick nehmen als die sechs kurzen Jahre seiner Regierung und sein sehr problematisches Wirken im Ersten Weltkrieg. Ludwig III. hat bereits jahrzehntelang vor seinem
Herrschaftsantritt eine ungewönlich eigenständige politische Rolle in Bayern gespielt.