Dienstag, 10. Mai 2016, 19:00 Uhr, Künstlerhaus am Lenbachplatz
Daniel Rimsl, M.A., Regensburg
Sigmund Haffner - Der "Meister von Rabenden" und die Münchner Bildschnitzerei um 1500

Sigmund Haffner (ca. 1465 bis 1529) markiert den letzten Höhepunkt der spätgotischen Schnitzkunst Münchens. Er behauptet sich mit einer ausgeprägten künstlerischen Handschrift neben seinen älteren Münchner Zeitgenossen, dem Meister der Blutenburger Apostel und Erasmus Grasser.

Nach dem bedeutendsten seiner vollständig erhaltenen Werke, dem Retabel der Dorfkirche zu Rabenden im Chiemgau, erhielt der lange Zeit unbekannte Meister den Notnamen "Meister von Rabenden".  Daneben ist er mit hochrangigen Skulpturen in der Landeshauptstadt vertreten, zuvörderst in der Frauenkirche; zahlreiche Werke, die seine stilistische Prägung verraten, finden sich in ganz Oberbayern und bis weit nach Tirol hinein und lassen auf eine überaus produktive Werkstatt schließen.

In der Forschung steht mittlerweile fest, dass der "Meister von Rabenden" mit dem angesehenen Münchner Bildschnitzer und Maler Sigmund Haffner identisch ist, der von 1495 bis 1529 wiederholt in den Archivalien erscheint.

Der Vortrag wird auf Grundlage der archivalischen Belege und der erhaltenen Werke Sigmund Haffner als bedeutenden Vertreter der Münchner Kunst um 1500 vorstellen.