Dienstag, 1. März 2016, 19:00 Uhr, Künstlerhaus am Lenbachplatz
Prof. Dr. Ursula E. Koch, München
„Simplizissimus“ Sein Verleger Albert Langen und Frankreich in der guten alten Zeit vor anno 1914

Von 1890 – 1894 hielt sich Albert Langen, ein rheinischer Unternehmenssohn, dank eines beträchtlichen elterlichen Erbes in Paris auf. Dort verlor er zwar bald einen Teil seines Vermögens, knüpfte jedoch gleichzeitig lebenslage Kontakte zu den literarischen (z.B. Emile Zola), journalistischen und künstlerischen Kreisen (z.B. Henri de Toulouse-Lautrec) der französischen, ja europäischen Hauptstadt. 1893 gründete er einen 1895 nach München übersiedelten Kunst- und Buchverlag, in dem seit 1896 der anfangs Pariser Satire-Journalen nachgebildete Simplizissimus erschien. Nach einem Majestätsbeleidigungsprozess 1898 verbrachte Landen mit seiner Familie nolens Volens fünf Jahre im Pariser Exil. Dank der herausragenden Mitarbeiter des Verlegers, und dank seiner hin– und herpendelnden Ehefrau Dagny (geb. Björnson) lebte der Simplizissimus munter weiter.