Dienstag, 10. März 2015, 19:00 Uhr, Künstlerhaus am Lenbachplatz
Reinhard Falter, München
„Warum ist Bayern anders?“
Kein anderes Bundesland versteht es so sehr wie Bayern, den Anspruch staatlicher und kultureller Eigenständigkeit aufrechtzuerhalten. Woran liegt das? An der Landschaft, an den Kelten, den Römern, den Bajuwaren, dem Katholizismus der Wittelsbacher oder der CSU? Oder gibt es gar etwas, was sie alle verbindet?
Der Münchner Historiker Reinhard Falter,  Autor des nach 10 Jahren in  Neu-Auflage mit einem erweiterten Titel „Warum ist Bayern immer noch anders?“ erschienen Buches, lädt zu einer historischen Spurensuche ein. Er vertritt die These, dass die bayerische Geschichte eine Geschichte abgemilderter Brüche und damit eines relativ ungebrochenen Traditionsstromes ist, der nicht nur vereinzeltes Treibgut aller dieser Völker und Mächte mit sich führt, sondern ein Grundverständnis von Wirklichkeit bewahrt, das als "erfahrungsreligiös" bezeichnet werden kann. Aber es soll auch nicht verschwiegen werden, dass es fraglich ist, wie Bayern die nächste Völkerwanderung angesichts der inzwischen auch bei uns „bodenlos“ gewordenen Verwirtschaftung aller Lebensgrundlagen übersteht.